Es sah ganz nach einen Routineeinsatz aus: Mit der Einsatzmeldung „Brandmeldeanlage Firma Schönmackers“ wurden die Wache II der Löschzüge Stadtmitte sowie die Löschgruppe Asperden gegen 18.25 Uhr alarmiert. Routine, weil es ja schon mal vorkommt, dass die empfindlichen Brandmeldeanlagen aus vielerlei Gründen ein Feuer melden, obwohl es gar nicht brennt. Gestern Abend war das anders: Als die ersten Kräfte das Firmengelände des Entsorgungsunternehmens an der Siemensstraße erreichten, drang ihnen bereits dichter Rauch aus der Wertstoffsortierhalle entgegen, Feuerschein war zu sehen, Schreie waren zu hören. Feuerwehrchef Georg Binn ließ Großalarm auslösen, in allen Ortsteilen heulten die Sirenen.
128 Einsatzkräfte von Freiwilliger Feuerwehr Goch, unterstützt durch die DLRG und das DRK machten sich auf den Weg zur Einsatzstelle. Dabei war die Großalarmübung wie immer für alle Beteiligten vollkommen überraschend. Wie in der Realität waren die Einsatzkräfte gefordert, schnell, konzentriert und effektiv zu arbeiten. Vor allem ging es darum, die Verletzten zügig zu finden und zu versorgen, parallel musste der Brand bekämpft werden. 15 "Verletzte" waren zuvor in der komplett mit Nebelmaschinen verqualmten Wertstoffhalle, in der Anlieferung sowie in der angrenzenden Rottehalle versteckt worden. Die Mimen der Realistischen Unfall- und Notfalldarstellung (RUND) der DLRG waren perfekt geschminkt und schauspielerten absolut realitätsgetreu.
Für die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Goch lag die oberste Priorität darin, die vermissten Personen so schnell wie möglich aus dem brennenden Gebäude zu retten. Gleichzeitig musste ein Ausbreiten des Feuers verhindert werden. Von Beginn an wurden Einsatzabschnitte gebildet und ein Funkkanalmanagement aufgebaut. Nur so lässt sich eine große und unübersichtliche Einsatzstelle strukturieren.
Die Atemschutztrupps tasteten sich in völliger Dunkelheit durch die zum Teil verqualmten Gebäudeteile. Lediglich die Schreie der Verletzten waren für sie Anhaltspunkte, wo eine Person zu finden und zu retten war. Systematisch wurde das Gebäude abgesucht, in jede Ecke und jeden Winkel tasteten sich die Einsatzkräfte vor damit sie auch bewusstlose Personen nicht übersehen. Vor dem Gebäude wurden die Verletzten dann von der DLRG und dem DRK übernommen. Das DRK hatte eine Verletztensammelstelle eingerichtet, hier wurden die Personen anhand der Schwere ihrer Verletzungen klassifiziert und behandelt.
Knapp anderthalb Stunden nach der Alarmierung beendete Feuerwehrchef Georg Binn die Übung. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis der Übung. Wir in Goch konnten erneut unter Beweis stellen, dass das System der Freiwilligen Feuerwehr bestens funktioniert. Binnen weniger Minuten konnten wir über knapp 130 Einsatzkräfte verfügen. Das ist ein hervorragendes Ergebnis und zeigt, wie schlagkräftig wir sind. Bedanken möchte ich mich beim DRK und der DLRG, die Zusammenarbeit hat wie gewohnt sehr gut funktioniert. Mein herzlicher Dank gilt ebenso den Verantwortlichen der Firma Schönmackers dafür, dass sie uns ihr Gelände für diese Großübung zur Verfügung gestellt haben."
Alle Bilder zur Großübung gibt es in der <link internal-link>Bildergalerie
Großübung: Schönmackers in Flammen